3 Tages Rucksacktour

Tag 1: Gällihorn, Schwarzgrätli, Tällisee, Rote Totz, Lämmernhütte

Tag 2: Lämmernhütte, Gemmipass, Schwarebach, Engstligengrat, Tschingellochtighore, Chindbettipass, Engstligenalp

Tag 3. Engstligenalp, Ammertenspitz, Rägeboldshore, Metsch, Lenk

 

Tag 1, Freitag 26.6.2015

Freitag war für mich wieder mal ein FREItag. Spurten musste ich heute nur, um 5h50 das Postauto nicht zu verpassen, das mich an den Bahnhof bringen sollte. Der Chauffeur hatte erbarmen und wartete auf den sprintenden Rucksacktourist. Dank dem Zug und der Seilbahn stand ich ca. 8h15 auf dem Sunnbüehl oberhalb Kandersteg. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite. Kurz ging es abwärts zu einem Abstecher zur Stockhütte. Ich wollte nur die Hütte kurz anschauen, und per Zufall fand ich noch einen Cache 🙂 . Derselbe Weg wieder zurück bis zur Winteregghütte und von dort an steil bergauf zum 2284m hohen Gällihorn. Die Aussicht auf den Altels, Gasterntal und auch zur Balmhornhütte war wunderbar.

Nach einer kurzen Verschnaufpause wanderte ich weiter über den schönen und ungefährlichen Üschinengrat, über die Wyssi Flueh 2472m zum Schwarzgrätli. Auf dem Schwarzgrätli war ich bereits mal, bei meiner ersten Skitour. Damals ging es flott das Üschinental hinunter. Heute wanderte ich unterhalb der grossen Felswand weiter. Die ersten Schneefelder mussten überquert werden. Wegspuren waren keine auszumachen. Wieder auf dem „Wanderweg“ passierte ich den Tällisee linker Hand. Wieder ginge es über ein Schneefeld. Hier hätte ich mit einem Ausrutscher eine coole Rutschbahn bis in den kalten See. Doch dies wollte und konnte ich vermeiden. Unterdessen konnte der Weg fast nur noch per GPS erkannt werden. Noch viel Schnee liegt da rum.

Beim P.2606 (Rote Chumme Übergang) musste ich mich entscheiden welchen Weg ich nehme zur Lämmerenhütte. Entweder der Weg links über die Rote Chumme, Gemmi, Lämmerebode oder den Weg über die schneebedeckte Fläche, den Gälligletscher und die Rote Totz Lücke. Da ich noch auf den Roten Totz wollte und die Wetterprognose „grün“ zeigte entschied ich mich für den weissen Weg 😆 . Die Schneedecke trug mich gut. Meistens jedenfalls. Es war recht angenehm auf dem Schnee zu wandern und so steuerte ich direkt auf den Roten Totz zu. Nach einer kurzen Kletterpartie stand ich dann auf dem 2829m hohen Gipfel. Die Aussicht auf die umliegenden Berge, runter nach Schwarenbach und zur Gemmi war überwältigend.

Nach der Foto und Geocachesession nahm ich den Abstieg  unter die Füsse. Über den Lämmerengrat folgte ich dem Weg zur Lämmerenhütte. Da das abwärts laufen auf dem Schnee einfach ging, bei jedem Schritt gab es ca. 30cm gratis Distanz dazu, stand ich relativ rasch vor der Lämmerenhütte. Einchecken, Bier bestellen und die Bergwelt geniessen. Nach einem feinen Nachtessen, am Tisch mit einer 3er Gruppe, und einem feinen Genepi, legte ich mich in meinem 14er Einzelzimmer zur Ruhe.

Tag1 :. Ca. 15.5km, Auf-/Abstieg ca. 1‘380Hm/810Hm

Bilder Tag 1:

 

 

Tag 2. Samstag 27.6.2015

Da ich nicht auf den Wildstrubel wollte, musste ich nicht schon um 5h aufstehen. 6h reichte vollkommen und die Sonne stand bereits am Himmel. Ich genoss das Frühstück und machte meine Wanderpläne. Ich hatte so diverse Optionen. Doch der Chindbettipass über die Rote Totz Lücke wollte ich nicht machen, da unterdessen von Westen her schon dunkle Wolken über die Berge aufzogen und es doch noch recht viel Schnee hatte. So entschied ich mich mal bis zum Gemmipass zu marschieren und mich dort zwischen Wallis und Bern zu entscheiden. Der steile Weg von der Hütte bis in den Lämmerenbode war rasch hinter mir. Im Boden wartete ein „Mungg“ auf mich der sich ruhig und sehr nahe fotografieren liess. Überhaupt konnte ich an diesen drei Tagen viele Murmeltiere nicht nur hören sondern auch sehen. Auch schöne Vögel die ich jedoch bis jetzt noch nicht definitiv bestimmen konnte. Aber es könnten Schneefinken gewesen sein….

Weiter folgte ich den Weg zur Gemmipass wo ich mich für die Berner Seite entschied und weiter via Daubensee zum Hotel Schwarenbach wanderte. Wenn man am geocachen ist, sind Routen und Tourenplanung nicht immer logisch. Nach einem „Abstecher“ bis fast auf die „Spittelmatte“ ging es wieder aufwärts zum Hotel Schwarenbach. Von dort nochmals hoch zum Schwarzgrätli. Ja, ich weiss ich war gestern schon dort oben. Aber eben. 😉

Nachmals nahm ich den Weg unterhalb dem Felsen durch über die Schneefelder die jetzt auch Spuren hatten. *Staun*. Wieder auf dem Wanderweg folgte ich nicht dem weg zum Tellisee sondern stieg rechter Hand hoch auf den Entschligengrat (Engstligengrat). Das Wetter war der ganze Tag wechselhaft. Mal kurz Sonne, dann wenige Regentropfen, bewölkt und oft ein frischer Wind. Auf dem Grat wehte mir ein wirklich kalter und vor allem starker Wind um die Ohren. Ich machte mich auf den Weg über den mondartigen Grat an den Fuss der Tschingellochtighore. Die auffallenden Gipfel wollte ich doch nun von nachem besuchen. Nachdem auch die Dose besucht war und ich die zwei plappernden „Schwyzer Hühner“ abgeknipst hatte, ging es wieder in entgegengesetzter Richtung dem  Chindbettipass entgegen. Das Chindbettihore umging ich rechts über Schneefelder und Geröll. Nach dem Besuch auf dem Pass und dem „letzten“ Blick Richtung Rote Totz stand der Abstieg auf die Engstligenalp vor mir. Am Anfang wieder über Schneefelder rutschte ich vorsichtig talwärts. Über satte und mit Blumen bewachsene Wiesen gelangte ich auf die grosse Fläche der Engstligenalp.

Was jetzt? Übernachten, nach Hause fahren? Ich checkte mal den Fahrplan und sah dass ich sehr spät zuhause ankommen würde. Und da morgen ja Prachtswetter sein soll, wäre es ja schade gewesen nicht schon in den Bergen zu starten. Mein Tun wurde von einer Sennerin Nelly beobachtet und ich schilderte Ihr in einem kurzen Schwatz mein Luxusproblem. Spontan bot Sie mir eine Übernachtungsgelegenheit in der Sennerei an. Völlig begeistert führte Sie mich durch den Sennereibetrieb, inkl.  Käsekeller, die Stallungen und was alles dazugehört. Ich musste nicht lange überlegen und legte meinen Rucksack in das Zimmer. Unterdessen war auch Ihr Mann Peter von Nachmittags Nickerchen aufgestanden. Schon bald, um 17.15h assen wir gemeinsam bei Bratwurst, Teigwaren und Salat. Denn anschliessend mussten Sie ja noch in den Stall. Kurzerhand bot ich Ihnen meine Hilfe an, so dass auch Sie mal etwas früher Feierabend machen konnten. Spontan wechselte ich meine Wanderschuhe gegen Gummistiefel und auch das „Stallchutteli“ wurde montiert. Stroh und Heu wurde ausgelegt und die Kälber und Kühe reingeholt. Sauber sortiert wurde jede an Ihrem Platz angebunden. Doch 8 Kühe weideten noch zufrieden hoch oben auf der Weide. Dem Blick vom 70jährigen Peter war anzusehen, dass die Kühe runter sollten, doch er nicht mehr dort hochlaufen mag. Soll ich die Kühe runtertreiben fragte ich Ihn spontan. Mit einem Lächeln und glänzenden Augen streckte er mir wortlos den „Stäcke“ entgegen, den ich lachend entgegennahm. So marschierte ich in Gummistiefel hoch zu den Vierbeiner. Brav liessen sich die Chuehli in den Stall treiben. So konnte mit dem melken und Kälber tränken begonnen werden. Tatkräftig half ich bei den Arbeiten mit und so waren wir 30 Minuten früher fertig. Nelly sprach: „So und jetzt sitzt Ihr Mannen in die Stube und ich mache noch Kaffee und Merängge mit richtiger Niidle“. Eine Idee der ich nichts zu wiedersprechen hatte 😀 . Bei Kaffee, Dessert und Schnaps diskutierten wir über Gott und die Welt und liessen den Tag ausklingen. Nach der willkommenen Dusche legte ich mich überglücklich ins Bett und genoss die Nacht in der Sennhütte.

Tag 2:. Ca. 20km, Auf-/Abstieg ca. 980Hm/1‘514Hm

Bilder Tag 2:

 

 

Tag 3, Sonntag 28.6.2015

Sonntag ist SONNtag. Nach einer ruhigen Nacht, wartete ein sonniger Prachtstag auf mich. Nach dem Frühstück mit reichlich „richtigem“ Anke, „richtigem“ Käse und selbstgemachter Gonfi konnte der Tag nur perfekt werden. Ich verabschiedete mich, schon fast schweren Herzens von dem herzlichen Ehepaar Nelly und Peter. Was ich hier bei den Beiden auf der Sennerei erleben durfte, ist unbezahlbar und wird tief in meinem Herz einen Platz finden. Unglaublich was die beiden in Ihrem doch recht hohen Alter da leisten. Höchsten Respekt!

Überglücklich marschierte ich über die Alp am Lägerstein vorbei, dem Aufstieg zum Ammertenspitz entgegen. Unterwegs traf ich wieder auf die plappernden Schwyzer Hühner. Diese, sagen wir es mal so, nicht unbedingt zufrieden waren mit Ihrer Nacht im Hotel. Da hatte ich doch nur ein müdes Lächeln übrig 😉 . Auf dem Gipfel erwartete mich eine klare und wunderbare 360 Grad Rundumsicht. Wildstrubel, Albristhore, Doldenhorn um nur einige zu nennen. Auch der Blick auf die ganze Skiliftanlagen Sillere, Hahnenmoos, Metsch war auch von oben herab mal was anderes. Über den Äugigrat ging es auf einem interessanten blau weissen Weg (T4) zick zack und über Treppen runter auf den Bummeregrat. Abstecher weiter runter zu einem Cache der von einem Murmeltier bewacht wurde. Und gleich wieder zurück auf den Bummeregrat 🙂 . Rauf auf das Rägeboldshore, runter zum Bummerepass, hoch zum Metschstand. Immer mit der Sonne im Gesicht.

Nach einem  Umweg via Speichersee, nicht wegen einem Cache, sondern weil ich nicht die Fahrstrasse runtermarschieren wollte gelangte ich zur Metsch.  Von dort aus ging es durch schattige Wälder runter in die „Lengg“. Via KUSPO (kenne ich doch vom JUSKILA und vom Militär bestens), machte ich noch einen Abstecher zum Lenkerseeli. Zurück ins Dorf und jetzt Hunger!! Im Restaurant liess ich mich kulinarisch verwöhnen und genoss im Schatten das kühlende Bier. Die anschliessende Zugfahrt durch das Simmental nach Hause war lang. Um 20:15h war ich zuhause. Ausräumen, PD/ID und nach einem Kaffee legte ich mich überglücklich ins eigene Bett.

Danke, dass ich drei unvergessliche Tage in einer grandiosen Bergwelt geniessen konnte.

Tag 3:. Ca.19km, Auf-/Abstieg ca.880Hm/1‘771Hm

Bilder Tag 3:

 

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