Valentinstag

Priska überraschte mich mit einem Valentinsausflug. Erst am Vorabend vernahm ich, in welche Region es gehen soll. Aber was genau die Überraschung sein wird, wusste ich nicht.

Bereits vor 8 Uhr schellte der Wecker und das Frühstück wurde eingenommen. Iss dann nicht zu viel, war Priskas Message. So verzichtete ich auf Honig und Nutella Schnitte und blieb bei der Konfi.

Die Fahrt nach Sonceboz gefiel uns gar nicht. Denn es regnete gewaltig. Und da wir bereits gestern über 5 Stunden im Regen marschierten, waren wir nicht besonders motiviert, dies heute bereits zu wiederholen. Es „schnäggelet“ uns beide ein an. Keine 2 Kilometer vor dem Bahnhof wechselte dann der Regen in schweren und nassen Schnee über. Das gefiel uns schon etwas besser.

 

So montierten wir wieder mal unsere Regenbekleidung und fuhren 5 Minuten und 2 Stationen mit dem Zug nach Cortébert. Gut eingepackt marschierten wir durch das Schneegestöber Richtung Mittagessen. In der nahegelegenen Schlucht wollten wir noch einen Geocache besuchen. Doch infolge überschneiten und rutschigen Steinen und Ästen verzichteten wir auf das Abenteuer. Dafür stiegen wir durch den verschneiten Wald auf bis wir auf ca. 1000m auf verschneite Wiesen trafen. Der Schnee war unterdessen so tief, dass wir uns entschlossen die Schneeschuhe unter unsere Füsse zu schnallen. Über die verschneiten und unberührten Jurawiesen zogen wir nun eine neue Spur. Yeah, das gefällt uns. Und auch die Hunde hatten Ihren Spass

Pünktlich um 12h trafen wir In „La Cusisinière“ ein. In der gemütlichen Méterie war ein Tisch für uns reserviert. Bevor das grosse Essen begann genossen wir einen Blanc Chassis. Und dann…. Als erstes wurde uns ein leckerer Kabissalat serviert. Danach folgte eine Riesenportion Rösti , dazu eine Schüssel mit „Brägu“, einem Art Ragout für arme Leute. Im Anschluss wurde ein Adrio, nicht so wie wir sie in der Deutschschweiz kennen serviert. Nachdem auch das feine Adrio genossen war, die Bäuche waren schon gut gefüllt, wurde bereits Apfelmus und eine Blutwurst auf den Tisch gestellt. Wow, war die Wurst lecker. Und als Krönung folgte noch eine kleine Bratwurst, die aber unterdessen bereits gross wirkte. Wir waren übervoll und die „Jura-Metzgete“ war so was von fein. Leider hatte auch ich keinen Platz mehr für ein hausgemachtes Dessert. Zum Beispiel das hausgemachte Cornet mit Creme glustete… Wenn ich auf Dessert verzichte, dann soll das was heissen.

 

Und wenn der Hund zwei mal bellt, ist das ein Zeichen das wir nun zu deuten wissen. (Bleibt und war inside…) Also auf zur Verdauung. Wir konnten uns kaum bücken um die Schneeschuhe wieder anzuschnallen. Nach dem Schnupf, schleppten wir unsere trägen Körper zur Pont des Anabaptistes (Täuferbrücke). Die Brücke wird erstmals 1755 erwähnt. Damals war sie noch aus Holz gebaut und musste alle 15 bis 20 Jahre erneuert werden. 1918 ereignete sich ein spektakulärer Unfall, bei dem ein Reiter mit seinem Pferd von der Brücke in die Schlucht stürzte, da das Pferd gescheut hatte. Das Pferd musste wegen mehrerer Knochenbrüche getötet werden, der Reiter erlitt nur leichte Prellungen und kam mit dem Schrecken davon. Bei diesem Anlass entstand das einzige bis heute existierende Dokument der Brücke, die Fotografie von 1918.

Nachdem wir den Cache an dieser interessanten Stelle gefunden hatten, marschierten wir weiter. Leider bereits wieder Richtung Auto zu. Fast wollte uns noch die Sonne besuchen, doch die Nebeldecke war etwas zu dick. Nach ca. 90 Minuten standen wir sehr glücklich wieder beim Ausgangspunkt Bahnhof Sonceboz.

Die Motivation auf der regnerischen Hinfahrt, war sehr Tief. Innerhalb 5 Minuten war die Freude im Schneefall zu wandern schon gross. Und als die Schneeschuhe angezogen werden konnte und nach dem feinen Essen war das schon ein perfekter Tag. Eine Frage steht noch offen. Ob das gegessene Schwein auf den Namen „Valentin“ hörte, kann uns wohl niemand mehr beantworten…

 

Liebe Priska. Danke viel mal für die gelungene Valentinsüberraschung. Meine erste „Metzgete“ und dies in einer so schönen Gegend in einer so gemütlichen Stube. Genau so stelle ich es mir vor und liebe ich es. Das war super und unvergesslich. Grandios !!! Danke !!!

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.