Wandern und Bunkertouren in den Départements Moselle und Alsace

Wieder einmal verbrachten wir die Auffahrtstage im schönen Frankreich. Mit dem Camper und den beiden Hunden waren wir in den Départements Moselle und Alsace unterwegs. Neben den wandern in reizvollen Landschaften, dem entdecken von stillgelegten Bunkern und feinem Essen, sollte auch das Geocaching nicht zu kurz kommen. Es war genial, dass wir bereits am Mittwochabend mit der Tschuppet gegen Frankreich zufahren konnten. So dürften wir bereits in Ostheim den ersten Flammkuchen geniessen. Einen sehr ruhigen Schlafplatz fanden wir in der Nähe.

 

Während dem Frühstück hatte Flammy  das Gefühl sie müsse einem vorbeilaufenden Spaziergänger folgen. Alles rufen und pfeifen nütze nichts, was für mich dann eine kurze Joggingeinheit mit den Crocks zur Folge hatte. Als alle wieder zusammen waren fuhren wir weiter. Zwischen Hagenau und Pfaffenhoffen stand eine Cacherunde auf dem Programm. Wir amüsierten uns sehr an den coolen Caches auf der „Papi s’amuse“ und „Cendrillon“ Runde. In einem Cache trafen wir auf ein Mäusenest, was für eine Maus noch zu einem kleinen Unfall führte. Wir hoffen, dass Sie sich vom Schock erholt hat und wünschen gute Besserung. 😐 

 

Weiter ging unsere Reise nach Baerental. In einem Bach wurden die Hunde abgekühlt und gebadet. Spontan machten wir uns noch auf einen kurzen Multi der uns zu schönen Felsformationen im Wald führte. Das Nachtessen war somit definitiv verdient.

Wir fanden im kleinen Dorf das Restaurant A l’Arbre Vert. Irgendwie interessant und irgendwie einladend. Wir trafen auf einen sehr eigenwilligen und skurrilen Ort. Das Restaurant selbst ist ein Gesamtkunstwerk. Nicht für jeden, da schon teilweise ziemlich kitschig, aber selbst der Kitsch hat was. Eigentlich fühlt man sich dort wie in einem Antiquitätengeschäft. Und in einem Antiquitätengeschäft liegen eben auch alte und teilweise ziemlich zugestaubte Dinge. Hier auch. Der Inhaber Maurice, ist gleich Koch, Künstler und Servierboy und hat, wenn man Glück einen Gehilfen. Der Service ist auch dementsprechend. Die Wartezeit für den Hauptgang, über 1 Stunde, verbrachten wir mit einem Jass. Das von mir bestellte Schweinegeschnetzelte war dann eine Forelle. Aber man will ja nicht kleinlich sein. Zur Wiedergutmachung gab es dann einen sehr leckeren Birnen-Schokoladekuchen. Fazit. Geht nicht in dieses Restaurant wenn Ihr keine Zeit habt. Ansonsten ist es wirklich einen Besuch wert. Das Essen schmeckte sehr, auch wenn ich nicht wissen will wie es in der Küche aussieht.

Bei einem Lostplace (altes Munitionsdepot und einem Gefängnis) fanden wir einen super Schlafplatz.

 

Nach dem Frühstück an der Sonne machten wir uns auf die Au Grès des Crètes Runde. Eine Serie von 16 Caches, teils weglos über die Krete zu immer wieder neuen und interessanten Sandsteinformationen. Es war warm und wir genossen die schöne und einsame Wanderung im Wald sehr. Unterwegs fanden wir noch ein grosses (ca. 7cm) und imposantes Exemplar von einem männlichen Hirschkäfer. Hirschkäfer leben zwischen 5 und 6 Jahren als Larve in der Erde, bis endlich der eigentliche Käfer schlüpft. Werden die Hirschkäfer nicht durch Feinde gefressen, sterben Sie nach etwa 60 Tagen an Entkräftung. Beeindruckender Zyklus.

Nach der interessanten Runde hatten wir Zeit uns im Camping Baerenthal frisch zu machen und auch die Wasserreserven aufzutanken. Anschliessend trafen wir Sonja und Roger, Geocachefreunde aus der Schweiz. Gemeinsam ging es nach Philippsburg zum leckeren und lustigen Nachtessen. Das Programm für den nächsten Tag wurde dabei geschmiedet.

 

Wiederum nächtigten wir gut und ruhig bei unserem Lost Place. Zusammen mit SoRo4 (Sonja und Roger) fuhren wir dann am Morgen in die Region Siserthal um drei Bunker der Maginot Linie zu besuchen. Die Maginot-Linie (Ligne Maginot) war ein aus einer Linie von Bunkern bestehendes Verteidigungssystem entlang der französischen Grenze zu Belgien, Luxemburg, Deutschland und Italien. Das System ist benannt nach dem französischen Verteidigungsminister André Maginot. Es wurde von 1930 bis 1940 gebaut, um Angriffe aus diesen Nachbarländern zu verhindern bzw. abzuwehren. (Quelle: Wikipedia)

Die Bunkereingänge wurden dank Geocachingkoordinaten gut gefunden. Denn bei den Bunker hat es weder ein Besucherzentrum noch ein Türsteher oder so 😆 Es war für uns echt beeindruckend durch Schlupflöcher oder Notausstiege in diese riesigen Bauten zu steigen und sich in die Vergangenheit zu begeben. Einsteigen, Treppenhäuser runter, durch lange Galerien zu marschieren, um dann wieder Treppenhäuser hochzusteigen um in einem anderen Bloc zu stehen. Wir konnten Blicke in Mannschaftsräume, Küchen, Lager und Maschinenräume werfen. In jedem der drei Bunker waren wir sicher und gut 90 Minuten unterwegs. Danke liebe Sonja, dass Du während dieser Zeit auf die Hunde aufgepasst hast und ich das Erlebnis so mit Priska teilen durfte. Der letzte Bunker, war dann das Infanteriewerk Welschhof. Überall fanden wir natürlich auch die Caches.

 

Und dann kam noch die Sache mit der Barriere. Beim Simserhof eines der grössten Artilleriewerke (mit offiziellem Besucherzentrum) machten wir zu viert noch einen Zwischenhalt um einen Teil einer Tradirunde zu absolvieren. Priska wies uns noch darauf hin, dass die Barriere beim Parkplatz um 18 Uhr geschlossen wird. Die Männer schauten sich die Barrieren an und dachten, da kommt man auch neben der Barriere raus und nahmen das ganze nicht so ernst. Als wir von der eindrücklichen Runde, die uns zu verschiedenen Bloc’s führte und auch die Panzerabwehr und Infanteriesperren zeige, mussten wir bemerken, dass auch wir mit den Autos eingesperrt waren. Die von uns besichtigten Barrieren waren zwar offen, aber zwei andere, wichtigere, nicht mehr. Was nun? Umfahren geht definitiv nicht. Priska und ich hatten die Möglichkeit vor Ort im Camper zu nächtigen. Sonja und Roger nicht. Ich suchte bereits Werkzeug zusammen um die Barriere zu demontieren. Doch Priska sah an der Strasse einen Buschauffeur und fragte diesen wo jemand einen Schlüssel haben könnte. Der Zufall wollte es so, dass der Schlüssel wirklich nur zufällig im Nachbarhaus lag, weil diese Person morgen im Wald holzen gehen wollte. Uiiiiiii. Sehr viel Glück gehabt. Ich verräumte das Werkzeug dann wieder leise im Camper 😎  

Die Wege von SoRo und uns trennte sich. Wir blieben in der Region und suchten uns in Hottviller am Fischersee ein Nachtlager. Das Nachtessen in Bitche mit Sicht auf die Zitadelle war fein, gemütlich und schön.

 

Die ersten Fischer waren sicher bereits um 7 Uhr am Teich und sicherten sich die besten Plätze. Während wir frühstückten schauten wir dem Trieben und den verschiedenen Fischfangvarianten zu. Für uns war heute auch wieder Abreisetag. Doch vorher beendeten wir noch die gestern angefangene Runde beim Simserhof. Die Barriere blieb oben und so konnten wir dann gemütlich nach Hause fahren. Staufrei, was für ein Wunder, erreichten wir dann wieder das Bernerland.

Geniale Tage, super Wetter, coole und spannende Caches und interessante Bunkeranlagen. Mit Action, Wandern, fein Essen und auch die Seele baumeln lassen war dies ein perfektes verlängertes Aufahrtswochenende.

 

 

 

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