Gadmerflue und Tälli Klettersteig

Am Freitagabend habe ich den Wecker auf 03:30 Uhr gestellt. Ich wollte früh los. Als ich dann bereits um 02:45 nicht mehr schlafen konnte war es schnell passiert. Bereits um 3:00 Uhr fuhr ich mit dem Auto und einem Bidon Ovomaltine ab Richtung Berner Oberland. Die Fahrt via Interlaken, Innertkirchen und durch das stille und schlafende Gental war angenehm. Bereits um 05:00 Uhr parkierte ich das Auto auf dem Parkplatz bei der Engstelnalp. Schöne Erinnerungen an die „via Sbrinz“ Wanderung kamen mir in den Sinn.

 

Der Engstlensee lag sehr ruhig neben mir und beim Jochpass hinten konnte ich langsam das Tageserwachen beobachten. Durch die Häusergruppe Scharmad und über den Teiflauibach ging es stetig angenehm aufwärts. Die Landschaft wunderschön, wild und mit vielen Alpenrosen verziert. Auf dem feuchten Boden konnte ich auch einige Alpensalamander entdecken. Die Sonne erschien hinter dem Jochpass und bestrahlte die Schneegipfel Wetterhorn, Schreckhorn usw. vor mir. Der Nebel der sich unter mir immer zeigte und verschwand war speziell. Um 07:00 Uhr erreichte ich das Sätteli auf 2100m. Und dann nur wow. Äne abe ein Nebelmeer und sie Sonne. Sustenhorn und Triftgletscher gegenüber. Ich genoss diese Aussicht sehr. Der Nebel kam dann hoch und ich stieg im Nebel ab zur Tällihütte. Um 8 Uhr passierte ich diese und stieg wieder empor zum Einstieg vom Klettersteig. Meistens wanderte ich im Nebel. Nach den heissen Tagen war dies heute nicht besonders unangenehm. Um 9 Uhr machte ich mich an die „Via Ferrata“ Der Tälli-Klettersteig um den Tällistock der Gadmerflue ist der älteste Klettersteig der Schweiz. Bereits 1993 wurde die direkte Route in die über 600 m hohe und steile Felswand geschlagen. Dies war vor Jahren auch mein dritter Klettersteig den ich absolvierte. Schön wieder da zu sein.

Meist im Nebel kraxelte ich gemütlich dem Stahlseil entlang. Logisch hätte ich lieber die Aussicht genossen. Aber auch so im Nebel hatte es seinen speziellen Reiz. Nach gut 2 Stunden Genuss erreichte ich den Übergang auf 2500m. Leider zeigte sich die Sonne nur gerade ein paar Sekunden.

 

Nach der Verpflegung machte ich mich auf dem Abstieg. Ein Schneefeld musste überquert werden bevor es über Geröll und durch eine geniale Mondlandschaft talwärts ging. Rasch war ich wieder in der Gegend der wilden Alpenrosen und den Wachholderstauden. Bei Punkt 2121 nahm ich die Abzweigung rechts zur Engstlenalp. Zurück beim See, hatte es unterdessen mehr Leute, als vor ein paar Stunden. Das glasklare Bergwasser lud ein um die heissen Füsse abzukühlen und ein paar Minuten am See zu verweilen. Ich genoss das Ice-Kaffee aus der Dose das den ganzen Tag im Rucksack lag und dazu etwas Süsses. Mein Blick schweifte immer wieder rüber zum Gwärtler und zum Graustock… Ich komme bald zu Euch.

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