Gratwanderung „Sibe Hängschte“

Immer wieder, mindestens sieben mal, aus mindesten sieben verschiedenen Blickwinkel, sah ich sie, die Sieben Hengste. Aber oben war ich noch nie. Warum lange planen, wenn man sich am Vorabend entscheiden kann? Also Rucksack packen und alles bereit legen für eine schöne Samstagstour.

 

6 Uhr Tagwache, Frühstücken und die Fahrt nach Innereriz. Etwas oberhalb vom Dorf parkierte ich das Auto und startete die Wanderung. Es war 7:30 Uhr als ich mit dem leichten Aufstieg zu Fall (ja das heisst so) oder P.1221 absolvierte. Auf der rechten Seite sah ich den Grat, der auf die Sieben Hengste führt. Aber wo ist der Weg? Ich entschied mich am Waldrand über die feuchte Wiese aufzusteigen und möglichst am Grat zu bleiben. Am Ende der Wiese auf ungefähr 1360m konnte ich dann das erste mal einen Pfad entdecken. Der Pfad war schmal, relativ rutschig und mit hüfthöhen Pflanzen bestückt. Zum Glück keine Brennesseln. Abstürzen oder verlaufen konnte man sich hier nicht. Als offizieller Wanderweg ist dieser Pfad nicht markiert. Er führt richtig steil hoch.Teilweise musste ich den 4×4 aktivieren. Nach ca. 80 Minuten stand ich am Ende oder für mich am Anfang der sieben Hengste. Das schöne Alpenpanorama zu den Grossen im Berner Oberland war einfach überwältigend.

 

Auch oben auf den Hengsten befindet sich kein offizieller Wanderweg. Dies ist jedoch nie ein Problem. Einen kleinen Pfad findet man schon. Dann geht es vorsichtig über beeindruckende Karrfelder. Gewaltig was die Natur da geformt hat. Immer wieder staune ich über die schroffen und bizarren Formen.

So wanderte ich immer obenauf weiter. Über alle sieben Hengste bis ich bei der Schibe 1955m landete. Hier hat man eine wunderbare Sicht durch das Justistal, über den Thunersee zum Niesen. Flankiert von der Niederhorn- und der Sigriswiler Rothorn Kette. Das Züpfesandwich aus dem Rucksack schmeckte und die Pause an der Sonne genoss ich sehr.

 

Ich entschied mich anschliessend weglos zur Oberberghütte abzusteigen. Nicht weit weg von der Hütte gelangte ich jetzt (endlich) auf den offiziellen Wanderweg. Ich folgte dem sehr schönen Weg bis zum Mittleren Seefeld. Einen Abstecher zum Tropfloch musste noch sein. Nach einer halben Stunde Fussmarsch stand ich vor dem Eingang, der über 900 Meter langen Höhle. Also Stirnlampe montieren und mal gucken gehen. Schön kühl war es. Aber alleine, ohne Helm und geeignete Ausrüstung wagte ich mich nicht zu weit hinein. Ich denke die Schönheiten der Höhle habe ich (noch) nicht gesehnen.

Wieder zurück beim Mittleren Seefeld folgte ich weiter dem Wanderweg Richtung Grüenebergpass. Ich finde den Wanderweg über die Seefelder etwas vom schönsten. Bereits am Hohgant konnten wir solche Wege genissen. Der torfige und weiche Boden, dann wieder die grossen und flachen Steinplatten, die Abwechslung mit Wald und Wiese. Einfach genial und Natur pur.

Auf dem Pass angekommen mussten bis zu Auto noch etwa 400 Höhenmeter vernichtet werden. Nochmals konnte ich einen Blick auf die Sieben Hengste werfen und die Aufstiegsroute nochmals studieren. Nach 20km und etwa 1440 Höhemeter hatte ich das Bier in der Beiz verdient.

 

So, die Sieben Hengste können endlich mal als erledigt markiert werden. Eine wunderschöne und einsame Gratwanderung in nahezu unberührter Natur. So mag ich es.

Und ich mag auch, dass YB einen guten Saisonstart hingelegt hat und den langweiligen FC Basel schon mal mit drei Punkten distanziert hat 😆  Ja ja ich weiss, abgerechnet wird nach ein paar weiteren Runden. Aber es isch glich schön und no z’Pünktli uf dä perfekt Tag.

Ein Kommentar:

  1. superschöne Tour, werden wir wohl mal im Herbst – dann farblich besonders schön – wiederholen …

    und, nichts Neues, entsprechend tolle Fotos!

    lg Felix

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