Grisighorn 3’177m und Co.

Als am Donnerstag Abend um 21.23 Uhr das Handy meinte „Auso, 5:00 mülene👍🏻“ wusste ich, dass nun Bettzeit war.

 

Um 03.45 Uhr klingelte der Wecker und ich machte mich im Dunkeln auf zum Treffpunkt, wo ich Michu und Andrea traf. Mit dem ersten Zug (05.30 Uhr) und mit Kaffee bestückt ging es durch das Loch ins Wallis und weiter nach Blatten. Bei der Talstation angekommen fuhren wir mit der ersten Gondel (06.50 Uhr) auf die Belalp. Das Dorf schlief noch, was uns aber egal war. Denn unser Ziel war das Grisighorn. Die Lage wurde geprüft und die Route abgesprochen. Step by step ging es querfeldein hoch. Unterdessen zeigte sich auch die Sonne am Horizont. Der Einstieg zum Grat konnte gut gefunden werden. Einige Steinmanndli wiesen uns anschliessend den Weg. Hauptsächlich auf dem Grat wanderten, und kraxelten wir über Geröll und grosse Steinblöcke steil aufwärts. Plötzlich war auch der Gipfel in Sicht und so standen wir nach 3 Stunden auf 3’177m und genossen das wunderbare Panorama. Bietschhorn, Matterhorn, Monte Leone und Eggishorn um nur einige zu nennen.

 

Nach der Pause nahmen wir den Abstieg unter die Füsse. Aber auch die Hände wurden dazu oft gebraucht. Unser Ziel war es möglichst wenig an Höhe zu verlieren, um dann zum Bälerichrizji zu traversieren. Auf ungefähr 2’500m traversierten wir problemlos zum Grat unterhalb dem Hofathorn. Michu meinte „es si numme 300Hm bis ufe“. Also nichts wie los. Aber 300Hm diretissima auf einer Strecke von etwa 600m, sind dann doch recht steil und kein Zuckerschlecken. So kämpften wir uns empor. Auf dem Gipfel auf 2’845m angekommen war ich froh, als ich etwas zuckriges aus dem Rucksack schnausen konnte. Das Hofathorn wird auch noch Schene Bärg genannt. Ist wirklich ein schöner Berg! Die Sicht zum bereits bestiegenen Grisighorn genossen wir, wie auch die anderen sehr impossanten Berge rundum.

 

Unser nächstes Ziel war sehr klar ersichtlich. Alles dem Grat entlang via Bälerichrizji bis zum Foggenhorn 2’569m. Die Zeit, 15.45 Uhr, war zwar schon etwas fortgeschritten. Dies störte uns aber überhaupt nicht. Denn das Wetter war so was von optimal und zum Bier werden wir sicher noch kommen. So machten wir uns auf den Weg. Das Foggenhorn erreichten wir um 17 Uhr. Der Wegweiser zur Belalp zeigte dann noch 2h10min. Aber wir sind ja eh schneller. Oder eben nicht wenn man noch die wunderschöne Nessjeri-Suone wandern darf und die Natur noch so ein impossantes Lichterspiel an den Abendhimmel zaubert. Immer wieder stoppten wir und (mussten) Fotopausen machen. Genial!!!

 

Um 19.30 erreichten wir den Dorfeingang von Blatten. Das wohl einzige geöffnete Restaurant warb mit toller Beleuchtung. Doch wir wollten auf die vermeintlich um 19.50 Uhr fahrende Gondel. Nach weiteren etwa 10 Minuten Fussmarsch erreichten wir die Bergstation und mussten feststellen, dass die nächste Gondel erst um 20.20 fährt. Die je 10 Minuten Fussmarsch zum Bier reizte uns nach diesem Monstertag nicht mehr so. So zogen wir uns in einen etwas wärmeren Gang zurück und legten oder setzten uns bestmöglichst hin. Der Wecker war gestellt auf 20.15. So konnte jeder etwas von Gucci Murmeli mit Sonnenpanel, oder von der top Krankenkasse aus Sumiswald, oder von dieser genialen Bergtour träumen.

 

Mit der letzten Gondel fuhren wir dann runter nach Blatten. In der Pizzeria (die haben eine Buttermaschine am Frühstücksbuffet!) genossen wir das verdiente Bier und was leckeres zu Essen. Auch den „überbezahlten“ Parkplatz haben wir nun voll ausnützen können.

In Kandersteg angekommen, fuhr der geplante Zug 22.50 nicht. Also warteten wir auch da wieder bis der letzte Zug (23.15 Uhr) uns zurück ins Bernbiet brachte. In Mülenen verabschiedeten wir uns voneinander und auch von diesem Hammertag im Wallis. Während die Nationalhymne um Mitternacht über den Sender erklang, fuhr ich dann Heimwärts. Um 1 Uhr lang ich dann sehr müde, aber überglücklich im Bett.

Herzlichen Dank Andrea und Michu für den lustigen und überaus gelungenen und voll ausgenutzten Traumtag. Die Ersten werden auch die Letzten sein, passte für heute perfekt!

 

Hier geht es zum Fotoalbum

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.