Gspaltenhorn 3’436m

Sonntagabend 20h45. Wir Sechs stehen pflotschnass, glücklich und müde auf dem Parkplatz der Griessalp und haben Hunger. Wie ist das denn passiert…

 

Fast 35 Stunden vorher trafen wir uns auf besagtem Parkplatz. Von der Dame der Runde (Andrea) aufgeboten, folgten wir 5 Herren (Michu, Ädu, Tinu, Küre und ich) dem Gspaltenhornaufgebot. Natürlich waren wir alle freiwillig da. Wir freuten uns mega mit Andrea Ihren Traumberg zu beklettern. Das Wetter soll dieses Wochenende passen…

 

…es regnete bereits aus Kübeln und wir zogen es vor zuerst mal einen Starterkaffee zu trinken. Als sich dann die Wetterziege aus dem Häuschen traute, wagten auch wir den Aufstieg zur Gspaltenhornhütte. Bei plaudern und käschen, marschierten wir gemütlich die 1000Hm ab. Der Nebel zauberte eine mystische Stimmung in die Landschaft. Herzlich und sehr gastfreundlich wurden wir in der Hütte empfangen. Die Betten wurden bezogen und während die einen ein Nickerchen machten, besuchten die anderen das Kuchenbuffet. Das Nachtessen war perfekt und draussen fand dann noch das Freilichtspektakel mit dem Thema „Abendstimmung“ statt. Fast hätte noch das Spektakel „Finkeschlöidere“ stattgefunden. Im Tennis gibt es die Ballkids. Hier gab es leider keine Finkekids. Und darum wurde die Vorstellung abgesagt und wir legten uns schlafen.

 

3h45 holte mich der Wecker aus den Träumen, wobei andere froh waren endlich aufzustehen. Da die meisten Gäste Wanderer und keine Bergsteiger waren, war am Morgen kein „Puff“ in der Hütte. So konnten wir eine Stunde später mit Sack und Pack bei sternenklarem Morgenhimmel los marschieren. Im Schein der Stirnlampen wanderten wir hoch zum Büttlassesattel. Die ersten 600 Höhenmeter waren geschafft. Perfekter Zeitpunkt und Ort um den Sonnenaufgang zu geniessen. Genug genossen wanderten und kraxelten wir weiter zu P.3223. Hier erwartete uns der erste Grat bzw. die erste Kletterei. Teams wurden gebildet, Material umgehängt und los ging es. Wir brauchten viel Zeit bis wir alle den Böse Tritt gemeistert hatten. Auch auf dem weiteren Aufstieg verbrateten wir mit „Seilübungen“ viel Zeit. Ich war jedoch sehr dankbar für die Schulung. Ich konnte sehr viel lernen bzw. wieder aus dem Hingerstübli aktivieren.

 

Just um 12 Uhr standen wir alle auf dem Gipfel vom Gspaltenhorn. Ein mega tolles Gefühl und eine Aussicht die gewaltig war. Das Wetter perfekt.

Wir wussten jedoch, dass wir auch auf dem Abstieg noch etwas Zeit brauchen würden. So war die Pause weniger ausgedehnt wie auch schon. Mit Sicherheit machten wir uns auf zum abklettern (tönt no guet). Sicher ging es Seillänge für Seillänge, von Stand zu Stand. Die Zeit verrann und auch einige Wolken zogen auf. Gegen Abend war Regen gemeldet. So waren wir alle froh als wir trocken den Kletterpart gemeister hatten. Auch auf dem Abstieg zur Gspaltehornhütte wurden wir von Regen verschont. Um 18h15 erreichten wir die Hütte. Wir gönnten uns eine Pause. Die Stimmung war immer noch sehr gut, obschon wir wussten, dass auf uns noch 2h30 und 1000Hm Abstieg warteten.

 

Die Wetterapp meinte, dass das Gewitter uns nur streifen würde. So machten wir uns auf den Weg. Nach 20 Minuten erreichte uns leichtes tröpfele, dass sich dann relativ schnell in prasselnden Regen und in Blitz und Donner steigerte. Auch gute und wasserdichte geprüfte Kleidung, und all die noch so schönen Bezeichnungen wie 100% waterproof, Gore-tex und atmungsaktiv und so weiter, stellen dann mal Ihre Funktion ein. Jedoch blieb die Funktion des Lächels weiterhin in unseren Gesichter bestehen. Der „jetz isch mir aues glich“ Modus war schon eingeschaltet und wir wanderten brav weiter. (Was hätt me ou süsch chönne mache?) Alle waren etwa gleich nasskalt unterwegs. Kurz vor Bürgli überholte uns noch so ein Trailrunner. (Ich hatte Ihn letzte Woche am Bärner Berlaufcup bereits getroffen). Er offerierte uns die Fahrt in seinem neuen VW T6 bis zur Griessalp runter. Wow, was für einen grandiosen Service, den wir beim besten Willen nicht ausschlagen konnten (wollten).

 

Und so standen wir dann pflotschnass, glücklich und müde auf dem Griessalpparklatz und hatten Hunger. Als dann das ganze Klettermaterial wieder seinen Eigentümer gefunden hatte und wir uns einigermassen trockene Kleider angezogen hatten, fanden wir in Reichenbach noch eine offene warme Küche. Mit der kleinen Karte kamen wir alle ganz gross hinaus. Alle konnten ihren Kohldampf stillen. Der Müdestatus schlug uns nun aber erbarmungslos in die Stühle.

 

Wow, was für eine tolle und einmalige Tour. Trotz Nässe und Kälte die uns am Schluss begleiteten, konnte ich sehr sehr viel schönes von diesem Wochenende mitnehmen und erleben. In einer fantastischen Bergwelt Zeit verbringen mit Freunden, die auch immer ein Grinsen im Gesicht haben und zum Seich machen aufgelegt sind… Was willst Du mehr? Herzlichen Dank Andrea für die Top Organisation und Euch allen für diese wunderschönen und unvergesslichen 35 Stunden.

 

Haut e längi Tour, darum ou chli viu Bilder…

Zum Album:

Ein Kommentar:

  1. Du schribsch scho eifach SuperBrichte. Merci

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