Von Lauterbrunnen durch die Lawinenverbauungen auf den Männlichen

Wenn man das Basislager in Lauterbrunnen hat und wenn man das Haus verlässt gleich den Männlichen 2’342m sieht, dann denkt man jedes mal an diese Challange den Männlich von Lauterbrunnen aus zu besteigen. Sind ja nur etwas über 1500 Hm. Gestern, von Sulwald sah man auch gut rüber zum Männlichen. Schnee hat es noch. Aber nicht so viel. Oder täuscht das. Am Sonntag wollten wir es wissen ob der Weg auch im Januar machbar ist. (Mi chas ja probiere). So sah der Männlächä heute von der Haustüre aus gesehen aus.

 

 

Von Lauterbrunnen bis nach Wengen war erst mal ein angenehmes warmlaufen angesagt. Die Sonne begleitete uns dabei. In Wengen angekommen posteten wir noch Rüeblitorte und gönnten uns eine kurze aber wohltuende Pause. Durch das touristische Dorf ging es dann bald wieder einsam durch den Wald. In Ussri Allmi, beim Abzweiger, dann die Absperrung. Wanderweg geschlossen. Lawinengefahr. Wir können die Situation etwas einschätzen und so wagten wir den Weg und umgingen die Absperrung. Im Wald wurden uns noch einige Tannen in den Weg gelegt. Wir, wie auch Hund Colin umgingen oder unterquerten diese jedoch locker. Ab ca. 1700m nahm auch ich meine Skistöcke aus dem Rucksack. Hier hat es doch noch etwas Schnee und eine erste Querung lag vor uns. Viki brav am Spur legen, Hundi in der Mitte und ich am Schluss. So ging es bergwärts. Bei P.1864 kurze Pause auf dem Bänkli. Noch knapp an der Sonne. Dem Marschplan (Zeit auf Wegweiser) waren wir voraus.

Zum Gipfel sind es noch 500Höhenmeter. Die Lawinenüberbauungen unübersehbar. Führungstausch. Ich nun am spuren. Viki hinter mir und der Hund irgendwo. Im Zick Zack stiegen wir weiter hoch. Der Schnee auf dem Weg war tiefer als neben dran. So nahmen wir den einfacheren Weg. Zunehmends war der Wanderweg nicht mehr zu erkennen und auch Wanderwegbezeichnungen waren keine auszumachen. Mit GPS und mit Gspüri suchten wir den für uns besten, angenehmsten und einfachsten Weg. Während Hund Colin über den Schnee marschieren konnte, sanken wir oft knietief ein. Ab und zu waren Tierspuren zu erkennen und Andeutungen an einen Wanderweg auszumachen. Den Wegweiser bei P.2045 erhaschten wir und peilten wir auch an.

Die Sonne hat sich unterdessen verabschiedet und leichter Schneefall berieselte uns. Wir wollten weiter diretissima hoch zu der Krone. Einen kleinen Pfad im Gras fanden wir. Wohl eher ein Gemspfädli. Und so standen wir dann nach etwas kraxeln auf dem schneefreien Rücken. Den offiziellen Wanderweg konnten wir weiter links im Schnee ausmachen. Wir entscheiden uns aber möglichst weit und direkt auf dem steilen Rücken aufzusteigen. Auf direkter diretissima ging es bis knapp unter die Felswand. Das Ziel, die Krone war weiter oben vor unseren Augen. Nun mussten wir unterhalb den Lawinenverbauungen queren, um irgendwie wieder auf den Weg zu kommen. Die Querung war nicht ganz ohne. Schlüsselstelle oder Wohlfühlgelände? Noch zweimal kämpften wir uns durch den tiefen Schnee und durch die Lawinenverbauung. Colin machte dies sowas von locker und souverän, während wir doch noch deftig Schnee stampfen mussten. Der Weg zum Gipfel war nun überschaubar und nicht mehr weit. Unsere Zeitreserve haben wir unterdessen aufgebraucht.

Einsam standen wir dann auf dem Gipfel vom Männlichen. Den Blick runter ins kleine Dorf Lauterbrunnen. Die Rüeblitorte schmeckte ausgezeichnet. Ein Grinsen auf unseren Gesichter konnten wir uns nicht verkneifen. Anstrengend und etwas fordernd war es. Aber auch sehr toll.

 

Wir genossen den Gipfel noch etwas und begaben uns dann gemütlich runter zur Gondelbahn. Plötzlich kam uns ein Schneetöff mit Blicklicht entgegen. Die beiden Hunde begrüssten sich weniger nett als wir Menschen. Der Töfffahrer meinte nur, dass die letzte Gondel nach Wengen in 2 Minuten fahren würde. Also spurteten wir nun etwas schneller zur Gondelbahn. Auf den letzten Drücker erreichten wir die Bergstation und konnten so gemütlich nach Wengen runter fahren. Das Schmümli Kaffee in der warmen Stube war lecker.

Wenn wir nun vor der Haustüre stehen und den Männlichen sehen, dann können wir eine interessante Geschichte erzählen. Super war es und ich finde es mega cool dass ich mit Viki eine sehr tolle Frau gefunden habe, die solches Zeugs mit macht. Aber eigentlich war es ja sogar Ihre Idee heute dort hoch zu gehen.

Hier die Bilder:

Ein Gedanke zu „Von Lauterbrunnen durch die Lawinenverbauungen auf den Männlichen

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