Überschreitung Garzen – Wildgärst

Der Tag war perfekt. Nein nicht ganz. Etwas verpasste ich und es mag mich…

Mit dem Bike stieg ich um 7 Uhr in Grindelwald aus dem Zug. Während ich auf die Grosse Scheidegg pedalte, erwacht der junge Tag. Die Bergspitzen wurden von der Sonne beleuchtet und ich genoss die Fahrt. In Scheidegg Oberläger angekommen parkierte ich das Zweirad und marschierte weiter zum Hornseewli. Der kleine See war spiegelglatt und die Spiegelung der Berge einfach wunderschön. Ich verplämperte einige Minuten mit geniessen. Weiter ging es neben dem Wanderweg abwärts. Denn der Weg war gefroren und eine Eisbahn. Ich erreichte Im Obersten Breitenboden. Von hier aus war mein erstes Gipfelziel zu sehen. Ab hier stieg ich weglos und steil hoch auf den Südostgrat des Garzen. Unterwegs sah ich schöne Edelweiss. Auf dem Grat angekommen bemerkten mich die Gämsen. Diese verzogen sich rasch in die sichernde Flanke, wo der Wanderer nicht hinkommt. Aber ich musste eh in die andere Richtung. Über den Grat erreichte ich den Gipfelski. Ja, auf dem Garzen steht ein Gipfelski und kein Gipfelkreuz.

Nach der Apfelpause wanderte ich auf dem Gratrücken in Richtung Wildgärst. Ohne Schwierigkeiten und immer mit einer wunderschönen Aussicht erreichte ich den Punkt 2’686. Der nächste Aufstieg war der steilste und es lag auch etwas Schnee im Gelände. Von weitem sah es jedoch schwieriger aus, als es dann war. So stand ich oben und bemerkte, dass ich unten den Geocache vergessen hatte. Also stieg ich nochmals ob und nach dem erfolgreichen loggen wieder hoch. Solche Übungen buche ich unter Training ab 😉

Es dauerte nicht mehr lange bis ich auf dem 2’891 Meter hohen Wildgärst stand. Auf der ganzen Wanderung traf ich auf keine Menschenseele, aber hier war ich nicht alleine. Etwa 20 Plainspotter säumten den breiten Gipfel. Heute war ein Trainingstag für das Axalp Fliegerschiessen. Und vom Wildgärst hat man einen perfekten Platz und eine schöne Sicht auf die Axalp. So machte ich Pause und wartete bis sich auf dem Flugplatz etwas tat. Zuerst starteten ein paar F/18, die jedoch nur langweilig auf 6000 m oben ihre Runden drehten. Dann folgten die Fallschirmspringer, die zwar schön anzuschauen sind, jedoch keinen Lärm machten. Es folgten die Superpumas, die ein paar Leuchtspuren in die Wand ballerten. Zwischen den Vorführungen gab es immer eine (zu) lange Pause. Meine Zeit wurde knapp. Denn ich hatte noch einen Termin in Interlaken. So packte ich mein Zeugs langsam und stieg zur Wart ab. Auf dem Abstieg konnte ich noch ein paar Durchflüge der Pilatus Flugis beobachten. Cool. Dann war wieder Pause. Ich stieg weiter ab. Später entdeckte ich die Patruille Suisse im Himmel. Jedoch war ich viel zu weit weg um etwas Action zu sehen. Ein erstes mal war ich mir reuig, dass ich im Abstieg war. Spätesten sehr enttäuscht war ich als die F/18 kopfüber über den Wildgärst donnerten sah. Hätte ich doch diese Show sehr gerne vom Gipfel aus hautnah erlebt. Als Trost konnte ich auf dem Abstieg durchs Wischbäächtal den Steinadler beobachten. Doch der flog nicht so tief und auch sein Lärmpegel hielt sich in Grenzen. Tja dann…

Ich erreichte mein Bike wieder. Aber jetzt musste ich etwas Gas geben um 17:30 zu Hause zu sein. Zügig ging es runter und dann durch Grindelwald. Schneller als der Zug war ich in Interlaken. Angekommen, rasch geduscht und schon ging es mit Viki und Colin wieder bergwärts. Auf dem Harder konnten wir noch die schöne Abendstimmung bestaunen. Zu unserem 2-jährigen Jubiläum rührten wir ein Fondue und genossen den schönen Abend auf unserem Hausberg.

Der Abend war ein schöner Trost. Aber dennoch wurmte mich die verpasste Flugshow. Aber wer weiss. Vielleicht rühren wir ja das Fondue nächstes Jahr gemeinsam auf dem Wildgärst.

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Ein Gedanke zu „Überschreitung Garzen – Wildgärst

  • 20. Oktober 2021 um 20:19
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    tolle Fotos – dieser wunderschönen Gegend; wie bewertest du den Aufstieg zum Garzen?

    Gratulation euch beiden zu zwei wohl fantastischen (Berg)-Jahren – auf ein Fondue auf Harder (da wären wir auch dabei!)

    lg Felix

    Antwort

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