Hurghada Tauchen

Ich hatte noch ein paar Tage Ferien auf dem Konto. Und warum nicht diese paar Tage an die Wärme fliegen, um unter Wasser etwas zu sehen, einen Geocache Länderpunkt zu sichern und die Haut etwas nach zu bräunen?

Gedacht, geplant und abgeflogen. So landete ich in einem für mich zu grossen Hotel in Ägypten. Das habe ich aber gewusst und auch so gebucht. Aber nur weil es zentral lag, etwas Strand hatte, eine Tauchbasis vor Ort war und natürlich ein Cache in der Nähe versteckt lag. In diesem Hotel wurde erwünscht, dass zum Abendessen lange Hosen und angemessene Kleidung eben erwünscht ist. Ich stellte mich auf ein etwas gehobeneres „all included“ ein. Dass aber die Russen unter langer und angemessener Kleidung, Shorts und Badelatschen verstanden wusste ich nicht. Es war also ein klassisches „all included“ Hotel mit seinen ganzen Vor- und Nachteilen. Ich beschloss für mich nur die Vorteile zu sehen…

Ich hatte ein grosses Zimmer wo ich mich wohlfühlte. Die Freundlichkeit der Angestellten war ausserordentlich gut und nicht aufdringlich. Das Hotel sauber und gepflegt. Die Mahlzeiten waren, für diese Menge, tip top und abwechslungsreich. Der SPA Bereich mit den drei Massagen die ich mir gönnte erholsam.

Mein Geocachetag war spannend. Eigentlich wollte ich den Geocache neben dem Hotel holen. Doch der wurde zwei Tage vorher archiviert. Tja. So wanderte ich zum nächsten, der etwa 3 km entfernt in einer Hotelanlage versteckt war. Der Marsch dorthin war erlebnisreich. In jedem zweiten Laden war ich einer Ihren besten Freund und überall Rabatt und „good Price“. Auch jedes zweite Auto wollte mich mitnehmen nach irgendwohin. Doch das brauchte ich (noch) nicht. Ich erreichte das gesuchte Hotel und passierte den Sicherheitscheck mit der Ausrede, dass ich mich an der Bar am Beach erfrischen wollte. So erreichte ich die Bar easy und fragte dort gleich den Barkeeper nach dem Cache. So wurde mir die Dose in die Hand gereicht. Geloggt, 3 TB’s abgelegt und weiter ging es. Grosse Lust zu wandern und Caches zu suchen hatte ich nicht. Es war heiss, dreckig und staubig auf den Strassen. Ich schnappte mir ein Taxi, das mich zuerst auf Umwegen zur „Altstadt“ brachte. Aber einem Geocacher mit Karte musst Du nicht einen anderen Weg zeigen. Der Preis war vorher ausgemacht. 5€, was immer noch zu viel war. Ich versuchte noch die Altstadt von Hurghada zu suchen.  Doch was als Old Town angegeben wurde, war nicht wirklich eine Old Town. Ich sehnte mich nach einem Bier in der ruhigeren Hotelanlage und schnappte mir das nächste Taxi, das mich subito zurück ins Hotel brachte. Zu einem besseren Preis.

Aber hauptsächlich flog ich ja wegen dem Tauchen nach Ägypten. Die Tauchbasis und die Staff war toll. Täglich, für mich 5 Tage, fuhren wir mit dem Boot raus und machten bis auf einmal zwei Tauchgänge. So war ich am Morgen früh am Frühstücksbuffet, dann auf dem Schiff und zum Sonnenuntergang, so ca. 16:30 wieder zurück im Hotel. Das Tauchboot war nie mit Taucher überfüllt und hatte genügend Platz. Mit der Zeit kannte man sich auch. Ich war der einzige Schweizer und schloss mich der lustigen englischen Gruppe an. Die Tauchspots waren abwechslungsreich. Allgemein waren weniger grosse Fische zu sehen und die tierischen Highlights fehlten. Das Highlight war jedoch der Ausflug zur Salem Express.

In der Nacht des 14. Dezember 1991 lief die Salem Express, die wir besucht haben, auf dem Weg in die ägyptische Hafenstadt Safaga während eines Unwetters auf das Riff Shaab Sheer und schlug Leck. Das Schiff (Fähre mit Autos) verfügte über große offene Decks, war 110 m lang und 18 m breit. Sie sank in wenigen Minuten. Die Passagiere, größtenteils Pilger auf der Rückreise von ihrem Haddsch nach Mekka, wurden im Schlaf überrascht. Etwa 200 Personen wurden gerettet. Laut der Passagierliste kamen mehr als 700 Personen ums Leben. Vermutlich ist die Zahl der Opfer aber höher, da davon ausgegangen werden kann, dass nicht alle Personen an Bord registriert waren. Ungeklärt ist bis heute, warum der Kapitän von der sicheren Schifffahrtsroute abwich.

Die Salem Express liegt heute etwa 1,5 Bootsstunden südöstlich von Safaga entfernt in einer Tiefe zwischen 11 und 32 Metern auf der Steuerbordseite. Das Wrack kann von außen betaucht werden. Da nicht alle Leichen aus dem Schiffsinneren geborgen werden konnten, wurde die Salem Express offiziell zum Grab erklärt. Mittlerweile ist die Ladeklappe zum Hineintauchen geöffnet worden, aber die Kabinen dürfen weiterhin nicht betreten werden. Wir gingen auch hinten rein und auch in das Restaurant wo noch Tische stehen und auch die Bedientheken fürs Buffet. War sehr eindrücklich und wohl einer meiner interessantesten Tauchgänge.

Ich genoss meine Woche Ferien in Ägypten sehr. Ich konnte viel erleben und auch etwas Bräune mitbringen. Aber ich freute mich auch sehr auf zu Hause. Auf die Berge, den Schnee, die Skitouren, wie auch auf Viki und Colin.

 

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