Weihnachten in S-charl (Engadin)

Haben wir uns doch gefreut auf ein paar freie Tage im Engadin und Viki hat wieder etwas tolles gefunden. Doch der Schnee in Graubünden sah knapp aus und wir machten uns so Gedanken. Mit dem Auto erreichten wir nach dem Mittag San Jon in der Nähe von Scuol. Dort angekommen parkierten wir das Vierrad und schnallten zwei Bretter an die Füsse. Um nach S-charl zu gelangen stand 2h30min Aufstieg vor uns. Gut konnten wir das Gepäck abgeben. Die Skiwanderung durch das langgezogene Tal war sehr schön. Im Hotel Mayor wurden wir sehr freundlich empfangen. Zu unserer Überraschung gab es sogar einen Hot-Pot und eine Outdoor Sauna. Wir bezogen unser Zimmer im Nebengebäude. Dort hatte es (zum Glück) keinen TV , kein WLAN und wie im ganzen Tal kein Natel Empfang. Ach wie schön und wie erholsam. Bald darauf lagen wir schon im Hot-Pot. Anstatt die Badetücher nahmen wir zwei Fixleintücher mit. Oje. Aber besser so als gar nix. Das sehr leckere Weihnachtsmenu mit dem guten Tropfen Wein rundete unseren Anreisetag ab.

 

Fuorcla Schombrina 2’697m (Mot dal Gajer)

Die Wetterprognose versprach uns keine Sonne. So waren wir überrascht als wir am Morgen die Sonne an den gegenüberliegenden Bergen sahen. Nach dem reichhaltigen Frühstück marschierten wir gleich los. Der Marsch durch das schön verschneite und glitzernde Tal war wunderschön. Viel zu schnell erreichten wir unsere Abzweigung in Plan d’Immenz. Ab hier ging es etwas mehr aufwärts. Bei Prada da Schombrina erreichten wir noch ein paar Alphütten und Tier Unterstände. Der Schnee war bis auf ca. 2’300 m kristallig und sehr leicht, was schon Freude machte auf die Abfahrt. Weiter oben war der Schnee hart gepresst. Wir erreichten das Tal zum Pass etwas zu weit links oben. Etwas abfahren wollten wir nicht und so ging es mit den Harscheisen durch etwas steiler und auch steinigeres Gelände. Doch auch das meisterten wir ohne Schaden. Nach dem Schlussaufstieg erreichten wir die Passhöhe Fuorcla Schombrina auf 2’697 m. Die Sicht war nicht berauschend und es begann leichter Schneefall begann einzusetzen. Die letzten 100 Höhenmeter auf den Gipfel wären zwar knapp machbar gewesen, doch wir verzichteten darauf, weil wir vor Nebel oder stärkerem Schneefall runter wollten.

Die Abfahrt war so wie im Aufstieg gesehen. Das erste Drittel, hart jedoch noch ohne grössere Probleme fahrbar. Der Mittelteil war weich und richtig schön zum Fahren. Das letzte Drittel führte am Weg entlang zurück nach S-charl. Einmal angeben und einfach fahren lassen durch das tolle Tal bis fürs Hotel. Dort angekommen gab es die Belohnung in Form von Café Sesvenna und dem anschliessenden Sauna und Hot-Pot Gang. Wiederum wurde uns ein feines Nachtessen serviert.

Zu den Fotos:

 

 

 

 

 

 

Mot Falain, 2’689m

Blauer Himmel am Morgen. Nochmals ging es nach dem Frühstück durch das wunderschöne Tal, was uns sehr freute. Unser Plan für heute war der Mot Falain. Anstatt rechts bei Plan d’Immenz, bogen wir heute links ab Richtung Alp Plazer. Das „Edelweisstal“ war heute kalt und die langen Unterhosen, die wir gestern angezogen hatten blieben heute im Hotel. Jä nu. Wir erreichten bei P.2177 die Verzweigung und was ich angenommen hatte, bewahrheitete sich. Die Spur bis hierhin war von nur drei Schneeschuhwanderer. Mehr war nicht auszumachen. Diese marschierten jedoch weiter Richtung S-charlpass. Um den Mot Falain zu erreichen, musste ab nun an frisch gespurt werden. Der Schnee war sehr weich und tief. Oft sank ich tief ein und der Hund hinter mir hatte zu kämpfen. Nach ca. 60 Höhenmeter mussten wir einsehen, dass es mit dem Hund so keinen Sinn ergibt weiter aufzusteigen. Wir fuhren runter zum Ausgangspunkt. Dort angekommen trafen zwei andere Skitourer auf uns, die dann unserer Aufstiegsspur folgen. Wir zogen es vor mal etwas weiter Richtung S-charljoch aufszusteigen und uns an der Sonne etwas zu stärken. Die Lage wurde besprochen und wir versuchten nochmals in der inzwischen etwas gepressteren Spur hinter den beiden Skitourer aufzusteigen. Dies ging jetzt auch für den Hund deutlich einfacher. Wir schauten, dass der Hund hinter uns läuft, sodass er eine 4-fache Skipressenspur hatte ;-). Plötzlich frage mich Viki wo das Colin sei. Er war nicht mehr hinter uns und auch durch Rufen kam er nicht zu uns. Also stieg ich 20 Meter zurück und traf den Hund in einem Loch, wo er hilflos hinausguckte. Auf der Aufstiegsspur sank er ein und verschwand einen Stock tiefer. Ohne Hilfe kam er hier nicht mehr raus. Ich schnappe Colin an seinem Expeditionsmantel und stellte Ihn wieder in die Spur. Einmal schüttelte er sich und weiter ging es.

Der weitere Aufstieg verlief problemlos. Zwar schattig aber dennoch wunderschön. Wir erreichten inzwischen den zügigen Grat, wo uns auch die Sonne ins Gesicht strahlte. Der Aufstieg auf der harten Unterlage bis zu Grenzgipfel auf 2’698 m war schnell hinter uns. Oben trafen wir auf die Vorspurer wir bedankten uns. Sie waren etwas erstaunt, dass wir mit dem Hund auch da oben standen. Wir machten eine kurze Gipfelrast und schauten den beiden bei der Abfahrt durch die jungfräuliche Rinne zu. Die schönen S-Spuren im Schnee sahen toll aus und machten Vorfreude. 

Es dauerte nicht lange bis auch wir unsere S-Spuren in den Schnee legen konnten. Trotz Südwest Ausrichtung  und der Sonne am Hang war der Schnee einfach nur traumhaft weich. Wir fuhren schlängelnd, schwebend, locker flockig durch das Valbella. Wir durchquerten den höchst gelegenenen Arvenwald von Europa. Die Sonne, der Schnee und die Landschaft meinten es einfach nur gut mit uns und wir genossen diese Fahrt zu 107 %. (Also ich 100 % und Viki etwa 7 %) Wir kamen zum Unterstand Tamangur Dadora und schauten nochmals in das Tal, das zum Ofenpass führt. Auch dies wäre noch eine Option. Doch genug für heute. Wir rutschten noch durch das uns unterdessen gut bekannte Tal zurück zum Hotel. Und auch Colin konnte sich unterwegs noch etwas austoben. Das war wohl eine von unseren Top Skitouren. In der Rangliste weit oben wenn nicht zuoberst.

Das feine Café mit Schümli wartete, wie auch der Hot-Pot und die Sauna. Wir genossen das letzte sehr feine Nachtessen in S-charl und liessen uns nochmals verwöhnen. Am nächsten Tag war leider schon wieder Abreisegtag. Im Schneetreiben brachte uns der Kutscher im Pferdeschlitten romantisch durch das Tal zurück bis zum roten Suzuki. Die Heimfahrt war nass und windig. Die prächtigen Tage im schönen und einsamen S-charl bleiben in bester Erinnerung! Besten Dank an das ganze Team und Viki für’s organisieren.

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