Auf alten Brienzerpfaden zum Jahresabschluss

Jahresende. Sehr milde Temperaturen und kaum Schnee. Also war eine Bergwanderung nicht so abwegig. Zuerst fuhren wir hoch über Brienz auf die Gummenalp. Das Auto parkiert, liefen wir gemütlich zur Stellihütte auf 1’595m. Viki blieb aus gesundheitlichen Gründen etwas bei der Hütte und marschierte dann selbstständig zurück zum Auto. Ich wanderte weiter auf dem einsamen und alten Pfad zur Salewang. Der Weg war gut auszumachen. Die Schlüsselstelle war zwar nicht schneefrei, aber dafür eisfrei. Mit Schneestampfen erreichte ich das Känzeli und konnte eine schöne Aussicht auf den Militärflughafen erhaschen. 

An den holzigen Lawinenverbauungen folgte ich aufwärts. Den Pfad habe ich verloren. So blieb ich in den Verbauungen und auf dem Grat. Es war schon fast T5 Gelände was ich absolvierte und ich fragte mich ob ich da wirklich richtig bin. Mit der nötigen Vorsicht erreichte ich das Bänkli auf 1’763m und war froh um einen Schluck aus der Flasche. Auf dem oberen Weg ging es zurück. Schneeresten zierten den Weg und in den Schlüsselstellen lag noch viel Rutschschnee. Im Sommer ungefährlich. Heute mit Schnee etwas heikel. Vorsichtig passierte ich die Stellen und stampfte meinen Weg durch die fast einsame Landschaft. Immer mit Blick auf den wunderschönen Brienzersee. Schon den ganzen Tag konnte ich viele Gämsen und Steinböcke beobachten. Doch die „Wand“ da oben war schon fast schwarz von Gämsen. Die einzigen Personen die ich kurz vor der Schwarzflue traf, erzählten mir, dass sie über 100 Gämsen gezählt haben.  Von der Schwarzflue sah ich auch den Weg den ich weiter unten verpasst hatte. Dieser wäre zwar mehr im Schnee gewesen, jedoch wohl etwas unspektakulärer als meine Wahl. Lange hatte ich nicht mehr für den Abstieg. Auf dem Zickzackweg war ich bald wieder unten bei Viki und Colin.

Wir entschieden uns an einem geeigneten Platz mit Aussicht ein Feuer zu machen. Bei Wurst, Bier und einem fantastischen Sonnenuntergang liessen wir das Jahr gemütlich ausklingen. Wer einen solchen Sonnenuntergang hoch über Brienz geniessen kann, braucht kein Silvesterfeuerwerk mehr. So waren wir 22:30 im Bett und verpennten den Jahreswechsel. Allen wünschen wir alles Beste und schöne Bergerlebnisse im 2023.

 

Die Fotos:

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