Die Woche und das Wochenende waren etwas turbulent. Darum musste ich heute nochmals raus. Für mich! Zuerst hatte ich einen anderen Plan. Doch nach dem Frühstück war der Fall klar und ich fuhr auf die Grimsel.
Um 8 Uhr marschierte ich auf der Passhöhe los. Es zog mir noch ein kalter und deftiger Wind um die Ohren. Die langen Hosen und eine Jacke waren von Vorteil. Während es auf der Walliser Seite strahlend blau war, zeigte sich die Berner Seite von der grauen und dunklen Seite. Doch das Wetterradar versprach trocken zu bleiben. Wieder einmal marschierte ich über das Nägelisgrätli. Als ich zum Hohhoren schaute wusste ich noch nicht genau wo es hoch geht. Aber ich hatte ja Wegpunkte. Es sah noch recht anspruchsvoll aus. Doch nachdem ich auf ca. 2’600 m links abgebogen war und das Couloir anpeilte, war das höchstens noch halb so g’fürchig. Rasch war ich durch das Couloir durch. Weiter, kurz über den breiten Grat, stand ich oben beim Gipfelbuch. Es war noch lange nicht Mittag. Dennoch verspeiste ich Fleischkäse, Käse und Brot. Der feine „Häxäbrätzu“, ein grosses MERCI der Spenderin, war ein Genuss! Ich legte mich dann hin und schlief sicher 30 Minuten lang.
Als ich erwachte, stand noch eine zweite Person auf dem Gipfel. Wie sich herausstellte, kannten wir uns sogar. Lustig. Während sie noch den Gipfel genoss, stieg ich ab. Recht direkt marschierte ich zum Remersee, oder was von dem noch übrig ist. Eine Pfütze. Dunkle Wolken zogen über das Sidelhorn. Einige Tropfen erreichten mich und die trockene Erde. Ich stieg weiter ab und erreichte die Passhöhe ohne den Regenschutz anzuziehen. Ich verbrachte noch etwas Zeit am Totensee. Dann genoss ich die gemütliche Rückfahrt. Das verdiente Bier gab es dann an der Aare in Unterseen. Psychohygiene abgeschlossen. Energie getankt!

